Arbeiten am Feiertag

Wer mich kennt und weiß, was ich arbeite*, der weiß auch, dass es für mich keine regulären Wochenarbeitstage gibt, schon gar kein reguläres Wochenende, geschweige denn einen Feiertag, wo man mal die Beine hoch legen kann.
Puh, kompliziert oder? Was für eine Einleitung, aber einfacher ging es gerade nicht.

Ich bin Schichtarbeiter!

Und das nun schon fast mein ganzes Arbeitsleben lang, mal abgesehen von der Ausbildung und den ersten 2-3 Jahren danach. Ich habe mich damit arrangiert, mein unser Leben danach angepasst. Dazu zählt auch, dass ich am Wochenende und an Feiertagen, so wie heute, arbeiten gehen muss, sofern ich nicht Urlaub oder Überstundenabbau beantragt habe. Natürlich geht es vermutlich nicht nur mir so, sondern auch allen anderen Schichtarbeitern in den verschiedensten Berufen, wo rund um die Uhr alles am laufen gehalten werden muss. Hilft ja alles nix.

Wenn ich also zum Beispiel, so wie heute am 1. Mai, arbeiten muss, dann stört mich das eigentlich weniger. Es hat auch Vorteile an diesen Tagen auf Arbeit zu sein, denn an solchen Tagen, wo kein normaler Arbeitsbetrieb wie von Montag bis Freitag zwischen 7-17 Uhr herrscht, kommt man auch mal zu Sachen für die sonst eher weniger Zeit ist. Da wären Reinigungsarbeiten oder auch mal die ein oder andere Pflicht-Online-Schulung zu machen. Alles nebenher zum routinemäßigen Arbeitsplan und in der Hoffnung, dass es keine Störungen im Ablauf gibt.

Wird das alles auch gut bezahlt?

Natürlich. Ich habe das Glück, dass mein Arbeitgeber mit der Gewerkschaft gut zusammen arbeitet und wir Tariflohn bezahlt bekommen. Ich bekomme also tariflich zugesicherte Zuschläge für die Arbeit am Feiertag. Das ist in Monaten mit mehreren Feiertagen ein schöner kleiner Bonus. Aber ich sage mir immer trotzdem immer, dass ich Spaß an meiner Arbeit haben muss, Zuschläge hin oder her. Was nützt einem das viele Geld, wenn es einem mit der Arbeit nicht gut geht.

Und die Familie? Bleibt die an solchen Tagen nicht auf der Strecke?

Nein. Ich kann trotzdem, je nach Schicht, genügend Zeit mit meiner Familie verbringen. Auch wenn es einem  als Mama manchmal schwer fällt. Einzig die Spätschicht ist an Tagen wie Feiertag oder Wochenende wirklich ein bissl doof, da hat man nur den, meist kurzen, Vormittag zusammen und während im Sommer vielleicht der ein oder andere abends gemütlich grillt, hockt man auf Arbeit. Bei Früh- und Nachtschicht ist es aber recht angenehm, denn dann kann man auch am Nachmittag noch schön etwas gemeinsam unternehmen und zum Beispiel Ausflüge machen oder wie wir heute, einfach nur im Garten abhängen.

Man muss das Positive sehen.

Für mich bedeutet das arbeiten am heutigen Feiertag jedoch auch, dass ich nach meiner heutigen Feiertags-Nachtschicht, in mein Wochenende starten werde. Ja ein Wochenende mitten in der Woche. Während die meisten wieder arbeiten gehen, habe ich nun 2 Tage frei. Wenn ich also morgen früh wieder zuhause bin, dann stehen die Kinder auf, wir frühstücken gemeinsam und ich bringe sie in den Kindergarten.

Danach kann ich ganz erholsam ein paar Stündchen schlafen und wenn ich später (meist Mittags) wieder aufstehe, habe ich immer noch so 2-3 Stunden für mich, keine Mama-Auszeit, wo ich dann oft die Zeit im Arbeitszimmer an der Nähmaschine verbringe. In dieser Zeit macht nämlich der kranke Mann dann auch oft seinen Mittagsschlaf, so dass mich keiner stört.

Ich sage euch auch, dass so ein Wochenende unter der Woche echt Vorteile hat, den man kann zum Beispiel früh bei Zeiten Einkaufen gehen oder auch mal andere wichtige Sachen erledigen. Ganz ohne Stress und ohne Kinder, denn die sind ja dann den Vormittag in der Kita. Aber davon erzähle ich später mal mehr.

Wie sieht es bei euch eigentlich aus? Habt ihr Feiertags immer frei oder müsst ihr auch arbeiten gehen. Erzähl doch mal.

Bis bald.

Kalender mit Feiertag und Schichtarbeit
* Chemiebranche

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