Hallo Oktober!

Heute Morgen lag alles bei uns herum im dichten Nebel, aber mittlerweile hat sich die Sonne durchgekämpft und es ist ein wirklich schöner erster Oktobertag mit blauem Himmel und Sonnenschein, frischen 15 °C und einem lauen Lüftchen.
Schade nur, dass ich das heute gar nicht so genießen kann, sondern noch auf Spätschicht muss.

Unser Oktober …

Eigentlich ist bei uns alles wie bisher, die Kinder gehen in die Kita, ich zur Arbeit und der Mann ist daheim. Doch bald, nämlich Mitte Oktober ändert sich das hier gewaltig, denn dann muss der Mann jeden Tag knapp 45 km (einfache Strecke) fahren um zur speziellen Bildungseinrichtung für seine Umschulung zu kommen. Und das für die nächsten 2,5 Jahre.

Was bedeutet das für unser Familienleben?
Die Kinder werden dann an Tagen, wo ich Frühschicht habe, bereits vor 6:30 Uhr in der Kita sein, denn der Mann muss hier spätestens um diese Zeit los um ohne Stress in der Schule anzukommen. Dafür hole ich dann die Kinder an diesen Tagen immer etwas eher ab, als normal.
Habe ich Spätschicht, so werden die Kinder erst gegen 8 Uhr in die Kita gebracht und daheim Frühstücken, denn der Mann kann sie dann erst nach 16:30 Uhr abholen. Oder es springt mal die Oma ein und holt sie dann ab. An meinen Nachtschichttagen bzw. wenn ich unter der Woche Frei habe, ist alles wie bisher.

Gerade jetzt, aufgrund der bald neuen Situation, bin ich sehr dankbar für unsere 9h-Kita-Plätze. Sicherlich wird es für uns alle eine Umstellung, aber dafür habe ich dann seit 5 Jahren auch mal wieder Tage, wo ich zumindest Vormittags und Mittags allein daheim bin.

Und sonst so im Oktober?

  • es sind wieder ein paar Arzttermine bei fast jedem von uns geplant (SPZ, Chirurg, Schmertherapeutin)
  • Ich werde mich auf Arbeit gegen Grippe impfen lassen. Die Kinder haben dafür erst einen Termin Anfang November beim Kinderarzt.
  • Der Sohn hat Geburtstag und wird 6 Jahre alt.
  • Wir feiern Kindergeburtstag. Es soll mittlerweile ein Baustellengeburtstag werden. Na da.
  • Ich werde für den Geburtstag wieder ein Geburtstagsshirt nähen.
  • Meine Mama hat Geburtstag und der Mittlere meiner Schwester feiert Jugendweihe.
  • Wir holen die vermutlich letzten Ernten aus dem Garten ein.
  • Es ist auch Zeit wieder für unser jährliches Familienbild.
  • Vielleicht werden wir mit den Kindern zum ersten Mal eine Klingelrunde gehen. Kommt drauf an wie sie sich benehmen bis dahin.
  • Langsam werde ich mich auf Weihnachten einstellen und erste Pläne schmieden.

Ja das dürfte erst einmal genug mit Plänen sein. Meistens kommt ja eh noch so einiges dazu, aber da lassen wir uns mal überraschen. Der neue Familienalltag ab der Monatsmitte wird schon Umstellung genug werden.

Einen sonnigen Start in den Oktober wünsche ich euch.
Bis bald eure Bianca

Hallo Oktober

Das Monatsbild hat dieses mal der Sohn im Kindergarten gebastelt und es war das Deckblatt für die Einladung zum gestrigen Elternabend.

Alle bisherigen Monatspläne findet ihr hier.

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Willkommensgeschenk für das Baby vom Arbeitskollegen

Ich gebe ja zu, dass ich etwas Schreibfaul in den letzten 14 Tagen war, denn zum Verbloggen habe ich genug. Doch irgendwie war kurz die Luft raus. Was aber nicht heißt, dass hier nichts passiert ist. Neben Familie, Haushalt und Arbeit habe ich nämlich noch ganz heimlich eine kleine Überraschung für meinen Lieblingsarbeitskollegen organisiert. Das hat mir sehr viel Freude und Spaß gemacht.

Ihr müsst wissen, meinen Kollegen und mich verbinden mittlerweile fast 10 gemeinsame Arbeitsjahre in der gleichen Schicht und Anlage und ein bisschen bin ich traurig, dass sich das ab Januar ein klein wenig ändern wird, wenn wir ein neues Schichtsystem bekommen und ich dann die Schicht wechsle. Aber naja.
Nun ist mein Arbeitskollege aber vor 3 Wochen zum ersten Mal Papa geworden und da gab es natürlich ein „kleines“ Geschenk fürs Baby von uns Arbeitskollegen und Chefs.

Babygeschenk – Genäht, gestickt, geplottet

Bei uns auf Arbeit in der Anlage gibt es eine kleine Tradition, immer wenn jemand zum ersten Mal Mama bzw. Papa wird, machen wir eine kleine Sammelliste für ein Geschenk zur Geburt des neuen Erdenbürgers. So habe auch ich damals, vor bald 6 Jahren, beim Sohn ein wunderschönes Geschenkpaket bekommen. Nun war also mein Lieblingsarbeitskollege an der Reihe.

Babygeschenk

Da wir mittlerweile durch eine Zusammenlegung doppelt so viele Arbeitskollegen sind, wie noch vor 6 Jahren bei mir, kam natürlich auch ordentlich was zusammen, so dass ich ein kleines großes Babygeschenk machen konnte.

Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen und einen Teil des Geschenks in meinem kleinen Nähstübschen selbst hergestellt.

Genähtes Utensilo

Die Basis für das Babygeschenk bildet ein großes Utensilo, dass ich aus einem Blümchen-Polyesterstoff, einem weißen Batist mit Bärchenstickerei und Vlieseline H640 genäht habe. Alle Stoffe habe ich in den Untiefen meines Stofflagers gefunden.

So ein Utensilo zu nähen ist ja nicht schwer und so war das auch recht fix erledigt, wenn man mal vom Zuschnitt und Vlies aufbügeln absieht. Mit eingenäht habe ich auch mein neues Label, welches ich mir bei Alles für Selbermacher habe fertigen lassen.

Utensilo

Das Utensilo wurde anschließend mit Windeln ausgefüllt. Diese dienten gleichzeitig als Halterung für andere Kleinigkeiten, wie Müsliriegel für die Mama, Gummibärchen-Schnuller für Papa und Mama, eine Feuchttücher-Packung für unterwegs, einen kleinen Holzgreifring und Geldschein-Schmetterlinge auf Holzstäben.

Beplottete Wickelbodys

Oben auf die Windeln im Utensilo kamen, neben den anderen feinen Sachen, dann auch 2 Wickelbodys in Gr. 50/56. Das Nähen der Body habe ich mir erspart, die wurden vor kurzem bei einem bekannten Discounter gekauft und sind in Bio-Qualität.
Damit die Bodys aber nicht so eintönig sind, habe ich sie beplottet. Ja, hier gibt es seit neustem einen Plotter (*Amazon-Affiliate-Link), aber davon berichte ich später noch mal extra.

Die ausgesuchten Motive habe ich als Freebies im Web, z.B. über Pinterest, gefunden, wo genau weiß ich gleich gar nicht. Aber das Babyfüße-Motiv war ein bisschen tricky, denn um die Datei so zu plotten, musste ich sie komplett bearbeiten. Aber es hat sich gelohnt.
Das Schmetterlingsherz ist aus goldener Flexfolie und die Babyfüße aus so bordeuxfarbender Flexfolie.

Beplottete Bodys

Hach ist das winzig, aber wenn ich so an meine Kinder zur Geburt denke, dann ist es eher groß.

Gestickte Schlaufengiraffe

Mein absolut persönliches Geschenk in dem gesamten Babygeschenk ist eine Schlaufengiraffe, wo der Name der neugeborenen Tochter meines Arbeitskollegen aufgestickt ist. Ich habe von ihm sogar die Erlaubnis bekommen, euch hier die Giraffe mit Namen zu zeigen, denn es ist ein wirklich wunderschöner Name.

Ich liebe ja die Schlaufengiraffe von Seitenstiche und verschenke sie immer wieder sehr gern. Da haben schon ein paar Arbeitskollegenkinder eine daheim.

Schlaufengiraffe

Vernäht wurden hier wieder ein paar absolute Lieblingsstoffe von mir, die ich wirklich bisher nur für Giraffen nehme und wovon ich nicht mehr viel da habe zu den Stoffen bilden. Am Popo der Giraffe natürlich wie immer mein Label, das Letzte dieser Form und Farbkombi hier. Da müssen demnächst auch noch neue her.
Die Auswahl der Webbänder war auch wieder bisschen schwierig, ich habe einfach zu viele und sie sollten einen kleinen farblichen Kontrast

Überraschung gelungen

Gestern war es dann so weit und auf Arbeit fand die kurze feierliche Übergabe des Babygeschenks statt. Ganz elegant zu Beginn einer Unterweisungsstunde. Eigentlich wollte ich das ja unserem Chef überlassen, aber er fand, dass mir diese Ehre zu teil werden sollte, immerhin habe ich alles organisiert.

Von der Übergabe gibt es aber leider keine Fotos. Aber ich kann euch sagen, mein lieber Arbeitskollege hat sich sehr über das Geschenk gefreut und wir uns alle mit ihm. Bewundernde Blicke fürs Geschenk von den anderen Kollegen inklusive.

Schön, wenn meine Arbeit so gelobt wird.
Bis bald
eure Bianca

Verlinkt beim CreadienstagLieblingsstückeCreative LoversFroh und KreativHoT und DvD.

Alle Beiträge aus dem Nähzimmer findest du hier.

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12 von 12 September 2020

Heute ist wieder der 12. des Monats und von daher gibt es nun 12 Bilder vom heutigen Tag. Alle Blogger die bei „12von12“ mitmachen, versammeln sich wie immer bei Caro.

Heute sollte es für mich eigentlich nach Berlin zur verschobenen Blogfamilia gehen, aber schon zu Beginn des Sommers wurde sie leider komplett für dieses Jahr abgesagt. Sehr schade, aber verständlich. So freuen wir uns einfach auf den Mai 2021.
Damit hatte ich heute, und auch gestern schon, einen freien Tag und den habe ich ganz unspektakulär daheim mit der Familie und normalen Wochenendalltag verbracht. Aber seht selbst.

Meine „12 von 12“

Die Kinder sind heue schon gegen 6:30 Uhr munter, aber wecken nicht uns, sondern die Oma. Die hat nämlich gestern auf die Rasselbande aufgepasst, als wir Eltern Ausgang hatten.
Als ich gegen 7:30 Uhr aufstehe, sind die Kinder gerade in den letzten Züges ihres Frühstücks.

12von12 Frühstück

Nach dem Frühstück verpacke ich noch schnell eine Warensendung. Nach Wochen habe ich endlich wieder ein Kleidungsstück via Mamikreisel verkauft.

12von12 Warensendung

Gegen 9 Uhr schafft der Mann zusammen mit dem Töchterlein die Oma nach Hause und ich beginne endlich ein kleines Deko-Projekt für die Kinderzimmer. Natürlich darf da jedes Kind mit machen. Der Sohn pinselt dafür direkt mal ein paar kleine Klammern bunt an.

03von12 Kind malt

Ich beschäftige mich derweil mit Stoff und Bilderrahmenpappe für mein Projekt. Nebenbei mache ich davon Fotos für eine kleine DIY-Anleitung für euch.

04von12 Bilderrahmen und Stoff

1,5 Stunden später – Chaos nach der Bastelei. Erstmal alles wieder aufräumen.

05von12 Bastelchaos auf Fußboden

Ein bisschen spät, kurz nach halb 12 , kochen der Mann und ich Mittagessen. Heute gibt es Krautnudeln.

06von12 Essen kochen

Wenn die Kinder nach dem Mittagessen im Bett verschwunden sind, setze ich mich für eine kleine Pause auf die Couch und genieße ein kleines Schokoeis und ein bisschen Social Media.

07von12 kleines Schokoeis

Da ich in meiner kleinen Pause eingeschlafen bin, wird die Wäsche eben erst gut 2 Stunden später aufgehangen.

08von12 Wäsche aufhängen

Zeit für eine Vesper-Pause mit Malzkaffee und den letzten beiden kleinen Zimtschnecken vom Möbelschweden für mich. Die Kinder knabbern Buchstabenkekse.

09von12 Kaffee und Zimtschnecken

Den Nachmittag verbringen die Kinder im Garten. Da es heute angenehm warm ist, rennen sie Barfuß und in kurzen Sachen durch den Garten. Am Abend sind die Füße und Beine dann entsprechend schwarz.

10von12 dreckige Kinderfüße

Zum Abendessen nach dem Sandmann gibt es heute wieder einen sehr wurstigen Schnittchenteller und Gemüse aus dem Garten.

11von12 Schnittchenteller

Nach Duschen, spielen und Gute-Nachtgeschichte ist gegen 21 Uhr endlich Ruhe in den Kinderzimmern eingekehrt. Der Mann schaut Fernsehen und ich widme mich dem heutigen Blogpost.

12von12 Blog schreiben

Jetzt ist der Tag auch schon wieder vorbei. Ich konsumiere nun noch ein bisschen YouTube und wusel durchs Nähzimmer. Die letzte Waschladung für heute ist auch gerade im Trockner fertig geworden.
Feierabend.

Bis zum nächsten Mal.
Eure Bianca

Verlinkt bei 12 von 12.

Alle meine anderen 12 von 12 findet ihr hier.

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Schuleinführung und Corona Teil 2

Heute geht es direkt weiter mit unseren Erlebnissen zur Schuleinführung unter besonderen Umständen.
Nach so viel Chaos in der Vorbereitung der Schuleinführung, konnte der eigentliche Schulanfangstag doch eigentlich nur gut werden.

Endlich Schulkind!

Am Samstag standen wir ganz früh auf und die Mittelmaus tanzte in ihrem Kleid durch die Wohnung. Beim Friseur gab es für sie dann den letzten Feinschliff in Form einer bezaubernden Lockenfrisur.  Während Oma und Opa sie abholten, brachte mein Mann die Zuckertüte in die Schule und ich wartete mit den Geschwistern darauf, dass alle wieder eintrudelten. In Windeseile tauschten wir die Kinder und hüpften mit der erstklassigen Tochter in unser Auto. 

Schulkind

Zum Glück ist die Grundschule quasi um die Ecke und nur eine Viertelstunde später fanden wir uns auf der Straße vor dem Schultor wieder. Leider stapelten sich die Eltern und die Kindern ungünstig vorm Eingang, so dass mein Mann und ich beizeiten unsere hübschen Schnutenpullis aufzogen. Ordnungsgemäß trugen wir uns in die Anwesendenliste ein und dann ging es los: 

Eine der vierten Klassen spielte ein kleines Stück über den Alltag in der Schule und sang das Lied „Schule ist mehr“. Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, ich hätte nicht ein paar Tränchen verdrückt dabei. Ich war wirklich sehr gerührt, dass so viel trotz Pandemiebedingungen auf die Beine gestellt worden war für die Schulanfänger. Die Direktorin begrüßte dann offiziell alle Kinder mit Namen und gab ihnen eine Lehrerin und eine*n Horterzieher*in an die Hand. Die Stellvertreterin informierte sehr nüchtern über die Pandemieregeln im Anschluss, während die Kinder bereits in ihre Klassen verschwunden waren. 

Zu unserem Leidwesen gab es leider auch Eltern, die sehr negativ auffielen: Hier wurde gemotzt über die Masken, da wurden die Gesichtsbedeckungen gar permanent herunter- oder ausgezogen trotz eindeutiger Belehrung und Unterschrift auf dem Anmeldebogen, dass eine solche verpflichtend zu tragen sei. Geschimpft wurde, weil die Datenschutzregeln der Schule verboten, die Viertklässler und deren Programm zu filmen oder abzulichten. 

Zum Glück zeigte sich das Gros der Mütter und Väter aber vernünftig, so dass sie Muffel die Freude über den Tag nicht trüben konnten. Unser Kind war nun endlich auch ein echtes Schulkind!

Nach ein paar Fotos auf dem Schulhof – brav mit Maske (außer zwei einzelnen Aufnahmen weit abseits aller Menschen), holten wir den Rest der Familie ab.

Sonnenschein und Regen

Unter weiser Voraussicht hatten wir zwei Pavillons aufgebaut, so dass uns die kleineren und größeren Schauer nicht störten an diesem Wochenende. Da wir so fast die ganze Zeit draußen feiern konnten, war es eine sehr entspannte Partysituation an beiden Tage. Dass Corona wider Erwarten eine absolute Nebenrolle spielte, hätte wohl kaum jemand vermutet, nachdem das ganze Jahr 2020 dank des Virus bisher sehr turbulent gewesen war. 

Schuleinführung Party

Wir hatten so unermesslich viel Glück, dass wir trotz der albtraumhaften Grundvoraussetzungen, die nur wenige Monate zuvor noch geherrscht hatten, eine derartig schöne Schuleinführung erleben durften.

Für uns war es ein Lichtblick, ein Moment des Sonnenscheins nach vielen Regentagen, den wir so schnell nicht vergessen werden.

Unsere Zuckertüte – Was war drin?

Der Inhalt der Zuckertüte war natürlich perfekt auf unsere Mittelmaus abgestimmt. Hier eine kleine Übersicht für euch.

(*alle Verlinkungen sind Amazon-Affiliate-Links / *Werbung unbeauftragt und selbst bezahlt)

Schulkind

So hatten wir also trotz der widrigen Corona-Umstände doch eine wunderschöne Schuleinführung unserer Mitteleren und hoffen nun, dass ihr erstes Schuljahr nicht ganz so turbulent wird, wie das letzte halbe Jahr.

Bis bald und bleibt gesund,
eure Ines

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Schuleinführung und Corona Teil 1

Vor 2 Wochen wurde die mittlere Tochter von Ines eingeschult. Eine Schuleinführung von der sie sicher noch ihren Enkeln erzählen wird, denn nichts war wie all noch ein paar Jahre zuvor bei ihrer großen Tochter.
Die Corona-Pandemie hat fast alle, schon seit Monaten geschmiedeten Pläne für diesen besonderen Tag im Leben des Kindes regelrecht im Keim erstickt.

Aber lest selbst, was Ines uns über die Schuleinführung ihrer Mittleren berichtet.
Heute den 1. Teil und morgen den 2.

Albtraum im Lockdown

Als im März des Jahres der Lockdown kam, träumte ich eines Nachts von der Schuleinführung meiner Mittleren:

Wir saßen zu Hause im Schlafanzug und die Große trug aus dem Schlafzimmer die Zuckertüte ihrer Schwester ins Wohnzimmer. Auf der Tüte stand nur der Name des Mittelkindes, ansonsten war sie weiß – kein Datum, nicht einmal ein Jahr, war zu lesen. Ich fand das in meinem Traum irgendwie ärgerlich und mit geballten Fäusten guckte ich zum Fenster hinaus. Draußen fiel Schnee! 

Schultüte weiß

Dann fing die Mittlere bitterlich an zu weinen, nach der Oma und dem Opa, nach den Freunden, nach einem Schulranzen, den wir nicht gekauft hatten, weil man zu Hause einfach keinen braucht. Ich versuchte sie zu trösten und wir bemühten uns, trotzdem zu feiern. Der kleine Bruder rupfte den Tüll von der Zuckertüte und das Trauerspiel mit Tränen, Frust und Wut ging wieder los. 

Als die Maus dann in meinem Traum laut brüllte: „Ich will nicht mehr!“ wachte ich auf. Der surreale Moment aus der Fantasiewelt blieb nur kurz, aber die negativen Gefühle, all der Frust und die Hilflosigkeit und die irrationale Wut auf einen Virus, der die ganze Welt lahm legte, hallten noch lange nach in mir.

Alles futsch oder wie?

Es wird keine Schuleinführung geben! Das schoss mir durch den Kopf an diesem Morgen. Keine Vorschule. Kein Zuckertütenfest. Gar nichts. All das wird meinem Kind einfach weggenommen und keiner kann etwas dafür. Keiner kann das wirklich ändern. Ich war niedergeschlagen und sprach mit meinem Mann. Ohne ihn wäre ich sicher verzweifelt. 

Er redete mir gut zu, sagte mir, dass noch viele Monate Zeit seien bis eine Entscheidung käme, ob wir feiern dürften im Herbst oder nicht. Und zur Not hätte wir einfach unsere Location alleine unsicher gemacht, als Familie gegrillt und Party gemacht dort, denn zu fünft kann mach ja schließlich auch eine Menge Spaß haben.  

Ich atmete durch und wir kündigten den Vertrag für das kleine Vereinsheim nicht, das wir mieten wollten. Wir schoben sämtliche Planungen nach hinten und auch als die Lockerungen immer mehr und mehr Freiheiten brachten, warteten wir. Was sollten wir auch anderes tun, als alles auf uns zukommen zu lassen?

Schuleinführung Traum

Hoffnungsschimmer Zuckertütenfest

Als der Juli kam, der letzte Kita-Monat der Mittelmaus, waren wir immer noch alle fünf die meiste Zeit zu Hause. Der Papa im Home Office, ich in Elternzeit, die Große ging nicht zur Schule, für den Kleinen hatten wir noch keinen Krippenplatz und die jüngere Schwester ging nur dann in den Kindergarten, wenn Vorschul- und Ganztagsausflüge anberaumt waren. In unser Leben war eine gewisse Normalität eingekehrt und wir genossen unsere gemeinsame Familienzeit. Nach wie vor vermieden wir Kontakte zu anderen Menschen, wo es nur ging, denn wir Erwachsenen sind leider beide Teil der Risikogruppe. 

Da aber in der Stadt äußerst geringe Corona-Zahlen gemeldet wurden – zu unserer Erleichterung auch über den ganze Sommer hinweg – freuten wir uns, dass die Lockerungen auch mit sich brachten, dass unser Kind in der der Kita übernachten durfte dank Hygienekonzept der Einrichtung und dass das abgesagte Zuckertütenfest nun doch gefeiert werden durfte, wenn auch später als ursprünglich geplant.

Hoffnung keimte auf, als wir draußen im Kitagarten saßen, den Abschied der Kinder aus diesem Lebensabschnitt  beobachteten und den beiden Erzieher*innen Lebewohl sagten. Es flossen Tränen der Dankbarkeit und des Glücks und in diesem Moment stand für uns fest: Ja, wir werden feiern, unser Kind kommt in die Schule, alles wird gut – egal wie!Selbst wenn ein neuer Lockdown käme, selbst, wenn die Teilnehmerzahlen für Familienfeiern nach unten reglementiert werden sollten, wollten wir so planen, als sei alles normal.

Planung ist alles – auch unter Pandemiebedingungen

Da wir unsere Location sowieso für zwei Tage angemietet hatten und einige der Gäste selbst zukünftige Erstklässler in der Familie haben würden, stand schon lange fest, dass wir Samstag und Sonntag feiern würden. 

Dementsprechend schrieben wir Listen, wen wir wann  einladen wollen und können. Natürlich war das ein Wenig mit Pokern verbunden, denn es konnte ja jederzeit sein, dass Partys nur noch mit 15, 10 oder weniger Personen zulässig wären. Da wir selbst zu fünft sind, war das leider gar nicht so einfach. Gute Freunde einzuladen, ist immer schön, aber (informelle) Einladungen wieder zu canceln tat doch ganz schön weh. Am meisten schmerzte, dass es einfach keine Flüge für die schwedische Verwandtschaft geben würde, wenn die Feier ansteht. Und selbst wenn, hätten meine drei Lieblings-Stockholmer vielleicht in Quarantäne gemusst, statt mit uns das Schulkind hochleben zu lassen.

Am liebsten hätten wir genauso groß gefeiert wie bei unserer Ältesten, doch dass das unrealistisch sein würde, war klar. Stattdessen machte ich eine kleine, aber feine WhatsApp-Gruppe auf, um alle Details der Feier mit den Gästen zu koordinieren, und mein Mann schrieb ein kleines Hygienekonzept für die Party.

Ich nähte eine wunderschöne, bunte Zuckertüte mit Tüll in verschiedensten Farben und einem knallroten Plott (Name und Jahreszahl, denn das Datum traute ich mir dann doch nicht auf die Tüte zu bringen…). Auch ein Kleid hüpfte passend dazu von der Nadel und Schuhe mit sanftem Regenbogenfarbverlauf wurden online erstanden. 

Große Sprünge, kleine Dämpfer

Mehr oder minder kurz vor knapp sagte dann auch die Grundschule zu, dass es eine kleine Feier geben würde auf dem Schulgelände – draußen und ohne Geschwisterkinder, dafür aber mit schicker Mund-Nasen-Mode für Mama und Papa. Wir freuten uns wie die Schneekönige, studierten jeden Tag das Wetter, denn bei Regen, so hieß es von Seiten der Schule, würde die Feier buchstäblich ins Wasser fallen müssen. 

Oma und Opa wurden engagiert, die große Schwester und den kleinen Bruder zu hüten, Helfer, Essen und Getränke für die Party organisiert. Wir schmückten unser gemietetes Vereinsheim und die Mittlere bastelte sich eine eigene Playlist zusammen. Jeden einzelnen Tag der letzten Sommerferienwoche sagte sie 100mal: „Ich bin so aufgeregt!“. 

Leider sagten in eben jenen Tagen doch noch mal einige Gäste ab, weil ihnen die steigenden Zahlen Bauchschmerzen machten oder weil sie selbst nicht gesund waren. 

Auch wenn es ein kleiner Dämpfer war, unsere Feier noch weiter schrumpfen zu sehen, waren wir erfüllt mit Stolz, bald ein weiteres Schulkind zu haben. 
Dieser gigantische Schritt bahnte sich unaufhaltsam an und unsere kleine Große war mehr als bereit dazu, in die 1. Klasse zu kommen.

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Bis morgen
eure Ines

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