Stoffkauf bei Tedox und eine Dino-Kinderhose

*Dieser Beitrag enthält unbezahlte, unbeauftragte Werbung!

Bereits des öfteren habe ich gehört und gelesen, dass es bei Tedox, einem Laden für Renovierungsbedarf, eine sehr große Auswahl an Stoffen gibt. Der für uns nächste Tedox, und auch einzige hier in Sachsen, liegt unweit von Dresden in Arnsdorf. Das nutzten der Mann und ich im Juli in unserem Urlaub aus und stattetem dem Laden einfach mal einen Besuch ab. Man könnte aber auch sagen, der Mann beugte sich meinem Wunsch zum Besuch bei Tedox.

Tedoxfiliale in Arnsdorf
Die Tedoxfiliale in Arnsdorf.

Im Stoffhimmel bei Tedox

Als wir an der unscheinbaren Filiale ankamen, gingen wir erst einmal ohne große Ansprüche hinein und waren sehr positiv überrascht. Direkt nach dem Eingang befanden wir uns sofort in der großen Stoff- und Kurzwarenabteilung des Ladens. Es gab so gut wie alles. Gardinen, Webware, Jersey, Sweat, Bündchen, Filz, Plüsch, Samt, Kunstleder, Wachstuch, Bänder und und und. Ich persönlich war im kleinen Stoffhimmel.

Kleiner Einblick in die Stoffauswahl bei Tedox.
Kleiner Einblick in die Stoffauswahl bei Tedox.

Ich war dezent überfordert und so schauten der Mann und ich uns erst einmal in Ruhe um bevor wir den Einkaufszettel herausholten. Das Personal war sehr freundlich und ausdauernd. Auch unser kleiner Stoffballenturm am Zuschneidetisch wurde freundlich abgearbeitet.
Im kurzen Gespräch mit der Verkäuferin erfuhren wir auch, dass sie nie genau wissen welche Motive oder Farben sie bekommen, da ja vieles Restposten sind. Ein Besuch bei Tedox ist also immer eine kleine Wundertüte was Stoffe angeht.

Auch von den Preisen waren wir sehr überrascht. Das ist wirklich was für die schmale Geldbörse. So waren eigentlich alle Jerseys bei 8€ der Meter angesiedelt und auch das Kunstleder, was wir kauften, war günstiger als gedacht.

Unsere Stoffausbeute

In Vorhersehung der kalten Jahreszeit und dank der Steuerrückzahlung fiel unser Einkauf dann ein klein wenig größer aus als geplant. Aber dafür kann ich jetzt ohne große Sorge für die Kinder neue Schlafanzüge für den Herbst nähen.

Gekaufte Stoffe bei Tedox.
Gekaufte Stoffe und Kunstleder.

Wir kauften ein paar Jerseystoffe für die Kinder, einen für den Mann und zwei für mich. Dazu noch ein paar Unifarben die mir daheim ausgegangen sind. Auch ein Rest gelbes Bündchen durfte mit uns kommen.
Dann nahmen wir noch etwas Kunstleder mit, denn ich möchte damit gern bei meinem kleinen Nähgewerbe arbeiten. Da war die Auswahl leider nicht so groß oder besser zum Glück, sonst wäre es vielleicht noch mehr geworden.

Auf den ersten Blick ist auch die Qualität der Stoffe sehr gut. Der Fühl-und Anschautest vor Ort war sehr gut und auch die erste Wäsche daheim haben alle Stoffe prima überstanden. Allein wegen des Stofffühlens liebe ich es vor Ort anstatt Online einzukaufen.

Erstes Nähprojekt aus Dinostoff

Natürlich wurde dann daheim gleich der erste Stoff angeschnitten und vernäht. Der Sohn brauchte noch eine neue dünne lange Hose zum rumtoben, denn so warm ist der Sommer dieses Jahr auch nicht. Dafür habe ich wieder meinen Lieblingsschnitt für Hosen zum rumtoben rausgesucht, die Kinderhose von Näähglück.

Vernäht habe ich den orange-braunen Dinojersey aus dem Tedox. Er ließ sich sehr gut schneiden und vernähen.
Das Bauchbündschen und die Beinbündchen habe ich dieses Mal auch aus Jerseystoff genäht, mit einem breiten Gummiband innen. Das findet mein Sohn sehr angenehm.

Kinderhose von Näähglück
Schnittmuster: Kinderhose von Näähglück

Den ersten Klettertest, einen Tag im Kindergarten und eine weitere Wäsche hat die Hose nun schon hinter sich und der Stoff ist immer noch super. Mal schauen wie er sich bei Dauerbelastung verhält, denn der Sohn hat ja die Angewohnheit beim Spielen immer auf dem rechten Knie zu hocken.

Kinderhose in Aktion.

Ein bisschen Platz zum Wachsen ist auch noch da, zudem habe ich den Gummi am Fußbündchen nicht ganz so eng gemacht dieses Mal. Das findet der Sohn auch sehr angenehm und erleichtert das An- und Ausziehen ungemein.

Werden wir wieder bei Tedox einkaufen?

Der Einkauf hat sich für mich/uns sehr gelohnt, so dass wir mit Sicherheit wieder bei Tedox einkaufen werden, auch wenn wir dafür über eine Stunde mit den Auto fahren müssen. Ich hatte auch schon im Laden angefragt, wann denn die Weihnachtsstoffe kommen, aber das konnte uns die nette Verkäuferin leider noch nicht sagen, aber sie vermutet so ab Ende August.

Ich bin gespannt und bis dahin vernähe ich einfach die gekauften Stoffe. Jetzt brauche ich nur noch genug Zeit.

Bis bald eure Bianca.

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Wir sagen Danke dafür.

Dresdner Nähbloggertreffen im Juni 2020

Nach zwei virtuellen Treffen im April und Mai fand letzte Woche Freitag zum ersten Mal seit dem Lockdown endlich wieder ein reales Treffen der Dresdner Nähblogger statt. Wir trafen uns wieder in unserer Lieblings-Gartengaststätte Immergrün, wo auch das letzte reale Treffen stattfand. Es war sehr schön einen Teil der Nähmädels wieder zu sehen, ist doch ein echtes Treffen etwas komplett anderes als sich virtuell zu sehen.

Dresdner Nähbloggertreffen

Nähen mit Abstand

Vorsorglich hatte ich zu meinen Nähutensilien auch eine Maske für Mund-Nase eingepackt, denn ich wusste ja nun nicht, wie die Vorschriften in der Gaststätte sind. Als ich dann aber ankam, war alles sehr entspannt. Da wir wieder im großen Saal nähten und den empfohlenen Abstand zueinander hatten, konnten wie ohne Masken nähen. Der Abstand zwischen den Tischen tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Aufgrund der Maschinen und Nähutensilien haben wir ja auch sonst immer genug Abstand zueinander.

Dresdner Nähbloggertreffen

Beim Treffen mit dabei waren dieses Mal Friemelein, by Aprikaner, OrNeeDD, Stoff_verzückt, Ringellaus und kurzzeitig auch Ranunkelchen. Später kamen virtuell noch Amberlight und Nadelexperimente hinzu. Da ich wusste, dass einige Mädels sich wieder virtuell treffen wollten, habe ich immer mal bei Jitsi reingeschaut, ob jemand online ist. Als es dann soweit war, habe ich uns über mein Handy mit eingewählt. Dadurch weiß ich nun auch, das eine Stunde Jitsi den mobilen Daten 1 GB klaut. Ist aber nicht schlimm, ich habe noch genug übrig für diesen Monat.

Dresdner Nähbloggertreffen
Treffen via Jitsi

Genäht habe ich diesmal eine Hose und zwei T-Shirts für den Großen. Zeigen kann ich euch die T-Shirts leider nicht, denn ich habe Lizenzstoffe mit den Lieblingshunden des Großen vernäht. Die Hose ist noch nicht fertig, aber die werden ich dann auf Instagram über meinen Nähaccount @kremplinghaus_naehzimmer zeigen. Folgt mir doch gern dort und verpasst kein neuen genähten Sachen von mir.

Dresdner Nähbloggertreffen
Werbung ohne Auftrag für Nähmaschinen-Typ.

Bis zum nächsten Treffen …

Das nächste Näbloggertreffen im Immergrün ist für Mitte September angedacht und aufgrund der Absage des Nachholtermins für die Blogfamilia in Berlin, kann ich sogar dabei sein. Ich freue mich und hoffe darauf, dass wir uns auch wirklich treffen können.

Bis bald
eure Bianca

Alle Berichte zu den bisherigen Nähbloggertreffen findet ihr hier.

Was ist Handarbeit wert?

Ich äußere mich ja selten zu Dingen die mich aufregen, aber ab und zu mache ich mal eine Ausnahme. Heute ist so ein Tag, wo ich mal ganz dezent meiner Laune freien Lauf lasse. Bzw. war der Tag vorvorgestern Abend und da habe ich meinen Frust im WhatsApp-Status rausgelassen und dann noch mal in einer Instagram-Storie. Da ich das Thema aber nicht einfach so nach 24 Stunden verschwinden lassen wollte, schreibe ich hier einfach noch mal alles auf.

Alles begann mit diesem Bild, was der Mann mir am Mittwoch Abend per WhatsApp sendete. Es zeigt den Inhalt unserer Gelddose vom Gartenzaun, mit den Einnahmen für 3 Behelfsmasken.

Geld für 3 Stoffmasken, die im Wert eigentlich bei jeweils mindestens 4€ liegen.

Was ist Handarbeit bzw. Handmade wert?

Bereits am Anfang der Woche schrieb Frau Mutti in einem Blogpost über die Arbeit, die die Herstellung einer Stoffmaske für den Mund-Nasen-Bereich ausmacht. Ich konnte dem nur zustimmen.

Nur einen Tag später dann unsere negative Erfahrung mit der Geldspende für unsere Gartenzaunmasken. Das übrigens nicht zum ersten Mal, doch diesmal musste ich mir Luft verschaffen. Doch lest selbst, was ich bei WhatsApp und Instagram geschrieben habe.

Was ist eine Behelfsmaske wert?

„Unser Maskenprojekt am Gartenzaun läuft immer noch gut.
Mittlerweile hängen wir auch ausgepreiste Masken mit hin, bei denen kostet der Stoff etwas mehr im Einkauf.

Wenn man dann aber Abends die Kasse leert und es sind gerade mal 3,70€ drin und am Zaun fehlen 3 Masken im Wert von mindestens je 4€, dann tut das sehr sehr weh.

Manche Leute wissen anscheinend echt nicht, was für eine Arbeit hinter so einer Behelfsmaske steckt. Oder sie schätzen es nicht wert.

Für eine Behelfsmaske brauchen wir von Stoffauswahl über Zuschnitt, hin zum bügeln und nähen, Draht schneiden und biegen, wieder bügeln und dann falten, mit Jerseyband versehen und letztendlich sauberen verpacken
20 – 25 Minuten.

Diese Zeit ist auch nicht willkürlich gesetzt. Nein, wir haben sie gestoppt und mittels ordentlicher Arbeitszeitanalyse ausgewertet.

Unsere Arbeitsschrittanalyse.

Klar wir machen das alles freiwillig. Es ist ein soziales Projekt von uns, deswegen haben wir bisher keine festen Preise gesetzt, außer es waren Großbestellungen.

Würden wir feste Preise kalkulieren und angeben, dann müssten wir zwischen 10-15 € pro Maske verlangen, um auch unsere Arbeitszeit anständig bezahlen zu lassen.

Aber soweit sind wir noch nicht, denn Es ist ja bekanntlich ein soziales Projekt mit den Masken am Gartenzaun.
Wo übrigens bisher über 500 Masken an unsere Mitmenschen gingen.

Doch wenn es weiter Menschen gibt, die denken, sie müssten keinen € oder nur Cent in unsere Dose geben, auch wenn es bisher freiwillig ist, dann wird es bald keine Masken mehr am Gartenzaun geben.

Und wer jetzt denkt, wir jammern hier auf hohem Niveau und wollen nur Geld scheffeln, dem nehme ich gleich mal den Wind aus den Segeln.

Das ganze Maskenprojekt und alle Aufträge bei mir im Nähzimmer sind ordnungsgemäß als Gewerbe angemeldet. Läut also alles rechtens.

Danke fürs Lesen, aber das musste jetzt mal sein.
Schönen Tag noch.

3 aktuelle Designs unserer Behelfsmasken

Krone richten und weiter machen

Ja man merkt beim lesen schon, dass ich beim Schreiben des Textes sehr angefressen war. Aber dazu stehe ich. Irgendwann ist Schluss mit lustig, soziales Projekt hin oder her.

Wir haben als Folge dieses Ereignisses jetzt unser Schild am Zaun abgeändert und bisher zeigt es auch etwas Wirkung. Jedenfalls waren die letzten beiden Tage wieder annehmbar in den Einnahmen. Was aber nicht bedeutet, dass das uns gegebene Geld annähernd alle Kosten der Maskenproduktion deckt. Arbeitszeit und Nebenkosten sind da überhaupt nicht gedeckt. Wie schon gesagt: Gartenzaun = soziales Projekt.

Da ich ja nun aber auch ein ordentliches Gewerbe habe, werden wir unsere Behelfsmasken und noch andere hübsche Sachen demnächst auch auf anderen Wegen an unsere Mitmenschen bringen. Aber bis dahin dauert es noch etwas, denn vor dem Verkauf hat der liebe Gott die Bürokratie und Gesetze erschaffen. Zudem gibt es hier auch noch Vollzeitjob, Kinder, Haus und Garten. Da bleibt wenig Zeit für andere Sachen.

Bis bald eure Bianca

Was ist eine handgemachte Stoffmaske wert?

Virtuelles Dresdner Nähbloggertreffen im Mai 2020

Bereits zum zweiten Mal fand das monatliche Nähbloggertreffen von Dresden näht leider nur virtuell statt real statt. Da durch die momentane Krisenzeit keine persönlichen Treffen in großer Runde möglich sind, haben wir für uns den Videochat via Jitsi entdeckt.

Virtuelles Nähtreffen

Bereits im April fand das erste virtuelle Treffen statt, damals konnte ich aber nur kurz nach der Spätschicht dabei sein. Auch beim virtuellen Treffen in diesem Monat, vor einer Woche, war mein Dabeisein leider nur für 2 Stündchen begrenzt, denn diesmal musste ich zur Nachtschicht. Aber besser als nichts. Wären die Treffen wie immer bei jemanden daheim oder so gewesen, dann hätte ich aufgrund der Arbeit ja überhaupt nicht dabei sein können. So hatte ich wenigsten ein bissl was vom Austausch mit den Mädels.
Und das tut so gut in diesen Zeiten!

Genäht habe ich in meiner kurzen Anwesenheit zusammen mit Mit Nadel und FadenHandmade by RanunkelchenFriemeleien und Amberlight. Später beim Treffen waren noch Ringellaus, Schau‘n wir mal, Näähglück by Sophie Kääriäinen und stoff_verzueckt mit dabei.

Ich chatte bei den Treffen immer übers Handy, welches ganz stylisch in seiner Bambushalterung auf der Nähmaschine thront. Diese Position ist so gut ausgewählt, ich kann nebenher sogar den Faden wechseln, ohne das Handy verrücken zu müssen.

Zwischendurch zauberte mir der Mann noch einen leckeren Abendbrotteller mit Rouladensandwich und eingelegten Zucchinis. So einen Service gibt’s nicht immer. 😉 Immerhin sollte ich mich voll auf mein Treffen konzentrieren. Auch die Kinder ließen sich wie immer problemlos von ihm ins Bett bringen.

Was habe ich genäht?

Genäht habe ich Behelfsmasken für die Gartenzaunaktion, die immer noch wie am Schnürchen läuft und reißenden Absatz findet. Zwar nähe ich mittlerweile zwischendurch auch ab und zu etwas anderes, aber die Hauptnähzeit nehmen die Masken ein. Selbst der Mann ist nun komplett mit ins Projekt eingestiegen und verbringt ab und zu auch etwas Zeit an der Nähmaschine, wobei er aber vorrangig den Zuschnitt und das Verpacken übernimmt.

Ich hoffe sehr, dass ich dann beim nächsten Nähtreffen etwas anders nähe als Masken. Auch wenn das Behelfsmasken noch Spaß macht, so gibt es noch genug Nähprojekte die umgesetzt werden wollen.

Das nächste monatliche Nähtreffen Mitte Juni ist ursprünglich in unserer mittlerweile Stammgaststätte Immergrün in Dresden geplant, doch noch wissen wir nicht, ob es auch dort stattfinden kann. Wir lassen uns überraschen und zur Not treffen wir uns wieder Virtuell.

Bis bald eure Bianca.

Alle bisherigen Berichte zu den Nähbloggertreffen findet ihr hier.

Behelfsmasken am Gartenzaun

Seit 2 Wochen ist in Sachsen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes beim Einkaufen oder der Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs verpflichtend.
Seit knapp 2 Wochen nähe ich daheim in jeder freien Minute sogenannte Behelfsmasken aus Baumwollstoff und stelle sie der Nachbarschaft an unserem Gartenzaun, gegen eine freiwillige kleine Geldspende zur Unkostendeckung, zur Verfügung. Bisher habe ich dafür schon über 140 Masken fertig genäht, wovon 90% bereits einen dankbaren Abnehmer gefunden haben. Ein Ende scheint momentan nicht in Sicht zu sein.

Behelfsmasken am Gartenzaun mit Spendendose
Behelfsmasken auf der Wäscheleine am Zaun. Mittendrin unsere Spendendose.

Behelfsmasken am Gartenzaun – Warum?

Bereits seit mehreren Wochen nähen meine Nähfreundinnen von Dresden näht fleißig Behelfsmasken für Krankenhäuser, Pflegediensten, Physiotherapeuten oder andere Leute die die Masken im täglichen Arbeitsleben brauchen. Natürlich wird dabei auch noch an die eigene Familie und Verwandschaft gedacht.

Ich selber hatte am Anfang meine Probleme mit dieser Tatsache und war wie gelähmt. Nein, so was kann ich nicht nähen, auch wenn mein Schrank prall gefüllt mit verwendbaren Baumwollstoffen ist. Zu sehr drückte die Last von Arbeit, Kinderbetreuung und Haushalt in dieser Krisenzeit auf meinen Gedanken und blockierten mich. Wie um alles in der Welt soll ich denn nun noch Zeit finden, Behelfsmasken für andere zu nähen?

Doch irgendwann, es war vor knapp 3,5 Wochen setzte ich mich doch einmal an die Nähmaschine und nähte eine Maske. Der Auslöser dafür, nun doch mit dem Masken nähen zu beginnen, war die Tatsache, dass wir jetzt auf Arbeit Mundschutz tragen mussten und das es mittlerweile auch Kollegen gab, die sich daheim in Quarantäne befanden.

So probierte ich letztendlich das ein oder andere Schnittmuster aus, jedoch konnte mich keines so wirklich überzeugen.
Der Mundschutz bei mir auf Arbeit war eine medizinische OP-Masken mit Bindebändern und ihr Sitz über Mund und Nase überzeugte mich da viel mehr. Also schnitt ich daheim eine von mir benutzte Maske auseinander und nahm sie als Vorlage für mein Schnittmuster. Ein erster Test mit Baumwollstoff war auch sofort überzeugend und so war nun auch ich ins Masken-Näh-Universum eingetreten.

Nachbarschaftshilfe auf die andere Art

Natürlich überlegte ich, ob es zu dem Zeitpunkt noch sinnvoll wäre, ebenfalls Behelfsmasken für Krankenhäuser zu nähen oder lieber einen anderen Weg zu suchen, um sich in dieser Sache unterstützend zu zeigen. Immer wieder dachte ich dabei an die alten Leute in unserem Dorf und die Tatsache, dass sie ja bei einer möglichen Einführung einer Maskenpflicht ja erstmal nicht passendes da hätten.

Als dann die Maskenpflicht kam und ich zufällig am ersten Tag der Tragepflicht beim Apothekenbesuch mitbekam, wie viele Leute sich dort medizinischen Mundschutz für teuer Geld kauften, war mein Entschluss gepackt, dass da Abhilfe geschaffen werden musste.
Der Plan war da: Ich nähe Behelfsmasken für Jedermann und biete sie an unserem Gartenzaun, der zentral am Radweg im Dorf liegt, für die Leute an.

Behelfsmasken am Gartenzaun im Morgenlicht
Behelfsmasken am Gartenzaun im Morgenlicht

Das Masken nähen verstehe ich als Nachbarschaftshilfe und um dem kommenden Berg an Einmalmaskenmüll entgegenzuwirken. Immerhin ist eine Stoffmaske nachhaltiger in ihrer Verwendung, als eine Maske aus Papiervlies, welche nach allerspätestens 8 Stunden Tragezeit entsorgt werden muss.

Den Mann überzeugen vom Projekt

Als ich dem Mann letztlich davon erzählte, was ich geplant habe und wie ich es umsetzen möchte, hat der sich vermutlich gedacht, ich bin verrückt geworden. Trotzdem hat er mich von Beginn an unterstützt und meine Vorstellung von einer Wäscheleine am Gartenzaun für die Behelfsmasken umgesetzt. Außerdem verwandelte er für mich eine Metalldose in eine Spardose für mögliche Spenden für die Masken. Auch bindet er sich immer mehr mit ins Maskenprojekt ein und hat sich mittlerweile zum Koordinator ernannt. Ich nähe, bügel und suche Stoffe raus.

Arbeitsplatz fürs Masken nähen
Optimierter Nähplatz fürs Masken nähen

Behelfsmasken nähen im Akkord

So saß ich dann an meinen zwei freien Tagen in jeder verfügbaren Minute an der Nähmaschine und nähte die ersten Behelfsmasken. Immer unter dem Aspekt, dass die Kinder nicht vernachlässigt werden und Zeit mit ihnen und der Familie bleibt.

Als dann, nach nur einem Tag Vorarbeit, die ersten Masken am Gartenzaun hingen, ich mein Projekt auf Instagram und im WhatsApp-Status teilte, war die Resonanz darauf überwältigend. Es kam viel Lob und Anerkennung.
Auch am Gartenzaun fanden die ersten Masken ihre dankbaren Abnehmer. Es waren allerdings überraschenderweise Kinder und keine älteren Leute, die die ersten Masken mitnahmen und ein paar Münzen in unsere Spendendose warfen. Aber schnell sprach sich unser Gartenzaunprojekt herum und immer mehr Masken finden ihre Abnehmer.

Ich nutzte jetzt immer mehr meine freien Tage und Zeit um Masken zu nähen. Teilweise bis mitten in die Nacht hinein. Doch konnten wir, trotz der vielen Näherei, dem Bedarf nicht gerecht werden. So hatten wir jetzt auch schon einen Tag, letzten Montag, wo es keine Masken gab, da ich, neben Arbeit, Familie, Haushalt und Schlaf, nicht mit dem Nähen hinterher kam.

Mittlerweile ist die komplette freiwillige Maskennäherei aber so optimiert, dass alles hintereinander weg geht. So schneidet der Mann Stoffe zu und näht u.a. auch mal die erste Naht, während ich auf Arbeit bin. Auch das Verpacken der Masken in ihre Tüten, zusammen mit einem tollen Flyer von der lieben Regina, macht er nebenbei. Oft sitzen wir zur Zeit gemeinsam im Nähzimmer und unterhalten uns miteinander, während ich nähe. Manchmal kommt auch noch ein Kind dazu um zuzuschauen.

Behelfmasken fertig eingetütet im Korb
Masken fertig eingetütet.

Ich habe schon scherzhaft gesagt, dass unser Projekt mit den Behelfsmasken am Gartenzaun, der ultimative Test für ein mögliches kleines Nebengewerbe ist. Immerhin müsste das mit meiner Arbeit, der Familie und Haus und Garten konform im Einklang sein. Das ist aber echt komplex, wie es sich bisher zeigt.

Wird für unsere Behelfsmasken gespendet?

Was spenden die Leute so für eine Maske?
Das werden wir manchmal gefragt. Die Antwort ist einfach: Viele Leute geben etwas. Der eine mehr, der andere weniger, ein paar Leute geben nichts. Ja so ist es.
Daran kann gut erkannt werden, wer Handarbeit schätzt und wer sich vermutlich nur denkt, er kann kostenfrei an eine Maske kommen.

Durch unsere akribische Dokumentation aller genähten Masken am Gartenzaun und der täglichen Leerung der Spendendose wenn die Leine leer ist, wissen wir genau, wie viel so täglich gegeben wird. Man sieht es auch an den Münzen und zum Teil Scheinen in der Dose. Denn nicht jeder nimmt sich nur eine Maske mit. Oft sind es auch gleich mal 2 oder mehr Behelfsmasken, die mitgenommen werden. Oder die Leute kommen wieder, um sich noch eine Maske zu holen.

Die Mehrheit der Leute spenden aber so viel für unsere Masken, dass die Unkosten an Material und Nebenkosten vielleicht gerade so gedeckt werden. Ob es am Ende reicht, sehen wir bei Beendigung unseres Projektes. Aber durch die Spenden ist es uns auch möglich neue Stoffe und Zubehör zu kaufen und das Projekt fortzuführen solange der Bedarf besteht. Mein Arbeitsaufwand bleibt ehrenamtlich.
Möchte jemand allerdings direkt eine größere Menge an Masken haben, dann sagen wir auch nicht unbedingt nein dazu, wenn es zeitlich umsetzbar ist. Doch wird dann ein fester Spendenbetrag fällig pro Maske.

Als Grenze haben wir uns erst einmal 1000 Masken gesetzt, ob wir die je erreichen werden, wird sich zeigen. Wir sind gespannt, wie lange es bis dahin sein wird.

Bis bald
euer Nähbienchen Bianca

Behelfsmasken mit Beipackzettel
Fertige Behelfsmaske mit Beipackzettel