Rezension: Mein Körper ist ein Superheld {Werbung}

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Nie hätte sich irgendeiner von uns je träumen lassen, dass wir einmal mitten in einer Pandemie leben würden. Das wir unsere Kinder aufwachsen sehen mit einer Krankheit im Hinterkopf, die Tag für Tag als unsichtbare Bedrohung in ihr und unser Leben eingreift. Für die Kinder ist dies mit großer Wahrscheinlichkeit viel, viel gruseliger als für uns Erwachsene. Wir können uns belesen und informieren. Sind mit wenigen Clicks im Internet auf der Suche nach validen, wissenschaftlich fundierten Quellen.

Sowohl für uns Große, als auch für Kinder, ist vor allem wichtig, dass sie sich sicher fühlen. Deshalb sammeln sie Wissen, um die Welt besser verstehen und damit Ängsten resilient gegenüber treten zu können. Abstrakte Bedrohungen für unseren Körper, wie Bakterien und Viren zum Beispiel, sind für viele von den Kleinen etwas Seltsames.

Kinder haben Fragen: Wieso? Weshalb? Warum?

Doch Kinder? Woher sollen sie wissen, woher ein Schnupfen, eine Erkältung oder gar Corona kommen? Was wollen Viren oder Bakterien eigentlich von uns und wie schafft es unser Körper eine Infektion mit diesen kleinen Biestern wieder loszuwerden? Wie sollen die Kleinen verstehen, wie man sich ansteckt und wie man eben dies verhindern kann? Und warum ist Händewaschen dabei überhaupt so wichtig? Wieso bekommt man eigentlich Fieber? Weshalb um alles in der Welt piekst ein Doktor schon ganz kleine Kinder mit einer Spritze?

All diese und noch viel mehr Fragen gehen vermutlich gerade zwischen Lockdown, Homeschooling und Social Distancing sehr vielen Kindern durch den Kopf.

Buchcover Mein Körper ist ein Superheld
Abbildung: Arena Verlag

Mein Körper ist ein Superheld

Um den Kindern zu erklären, was hinter all dem steckt, hat Dr. med Matthias von Bornstädt das Buch “Mein Körper ist ein Superheld” geschrieben.
Sei Anliegen ist einfach: Kinder sollen ihren Körper verstehen und ihm vertrauen lernen.
Sie können so Resilienz entwickeln und trotz der aktuellen Umstände durch Wissen Kraft gewinnen, mit der sie Ängste abbauen und den Widrigkeiten der Pandemie trotzen.

Statt sich einer unklaren, bedrohlichen Situation gegenüber zu sehen, sollen sich Kinder wieder sicherer fühlen. Und da Wissen ist bekanntlich Macht ist, vermittelt dieses amüsant illustrierte und fundiert recherchierte Kindersachbuch* davon eine Menge. Statt mit grauer Theorie kommt das Werk mit sympathischen Charakteren daher, deren Story im Buch erzählt wird. Diese ist gespickt mit zahlreichen Illustrationen, witzigen und aufschlussreichen Infoboxen und einer ganzen Menge hilfreicher Tipps.

Abwehrhelden vs. Viren-Gang – das Immunsystem verstehen lernen

Die Hauptfigur Sam und seine Schwester Lucy nicht nur sehr liebenswert gezeichnet sind, sondern auch all ihre Fragen, Träume, Wünsche, Hobbys und Sorgen werden alltagsnah erzählt. Ihre Mimik ist großartig getroffen und es ist leicht, sich mit den Zweien zu identifizieren.
Auch ihre Eltern sind als Figuren sehr passend gewählt. Papa ist Comiczeichner und malt seinem kranken Kind zur Aufmunterung einen witzigen Virus. Mama arbeitet im Hygieneinstitut und kennt sich mit allem rund ums Immunsystem und wirksame Maßnahmen aus, die eine Ansteckung verhindern.

Mit den symbolisch als kleine Knubbel, Kugeln oder als knuffiges “Gummitier” dargestellten “Abwehrhelden”, die unser Körper im Falle einer Infektion mobilisiert, schließt man schnell Freundschaft, während man im Buch schmökert. So können sich Kinder richtig gut vorstellen, wie sie es mit der “Virus-Gang” aufnehmen. Deren optische Gestaltung ist ebenfalls witzig, prägnant und an vielen Stellen verdammt nah an dem gerade grassierenden Corona-Erregers.

Buchseite Mein Körper ist ein Superheld
Abbildung: Arena Verlag

Das Buch macht Kinder klug

Nach und nach werden viele Abläufe in unserem Körper kindgerecht aufbereitet und in eine spannende Hintergrundgeschichte eingebettet. Sam hat dabei viele Aha-Momente, bei denen wir ihn begleiten und an denen wir als Leser:innen teilhaben können. So wird das Sachbuch nie langweilig und wirkt an keiner Stelle trocken oder überladen. Kleine Leser können selbst wählen, ob sie direkt alle Infos einer Doppelseite lesen oder sich zunächst auf die Storyelemente, die Infokästchen oder die Tipps konzentrieren.

Die Informationen sind präzise und sachlich formuliert, werden kindgerecht dargeboten. An keiner Stelle hat man das Gefühl, dass den Kindern, die das Buch lesen, etwas vorenthalten wird. Oder Sachverhalte unnötig geschönt oder übertrieben gekürzt sind. Kindern wird hier zugetraut, komplexe Sachverhalte zu verstehen und Wissen wird auf Augenhöhe vermittelt. Statt Ängste zu schüren, sind besonders die Tipps als Hilfe zur Selbsthilfe super. Sie zeigen, dass man etwas tun kann, damit unser Körper beim Gesundbleiben oder – werden aktiv geholfen werden kann.

Zum Vorlesen eignen sich vor allem die Storypassagen. Man kann das Buch super gemeinsam anschauen, den Inhalt verfolgen und besprechen kann. Begleitet eignet es sich wahrscheinlich schon ab 6 Jahren. Zum Selberlesen sollte euer Kind aber schon ein Wenig älter sein, da ein paar der Fachwörter nicht ganz einfach zu entziffern sind. Wie zum Beispiel “Lymphozyten“, auch wenn im Buch sehr gut erklärt wird, was sich dahinter verbirgt. Kindern ab 8 Jahren, die bereits sicher lesen, kann man als Mama oder Papa das Buch aber getrost zum “Selbststudium” in die Hand geben. In dem Buch ist wie gesagt alles sehr kindgerecht und ohne Gruselfaktor aufbereitet.

Buchseite Mein Körper ist ein Superheld
Abbildung: Arena Verlag

Was meine eigenen Kinder sagen

Kaum kam das Kinderbuch bei uns an, musste es sofort intensiv studiert werden. Meine beiden Mädchen tauchten ohne Umschweife in die Lektüre ab. Als erstes fiel beiden natürlich der hübsche Umschlag auf: Die einzelnen Elemente sind im Comicstil gehalten und heben sich mit ihrer glänzenden Oberfläche vom matten Grund des Covers ab. Da beide gerade Feuer und Flamme für Superhelden sind, gefiel ihnen auch die Darstellung des Titelhelden sofort richtig gut. Und auch über die Karikatur der Viren mit drohenden Fäusten und fieser Augenklappe konnten sich die zwei königlich amüsieren. “Guck´ mal Mama, das Corona-Virus als Pirat…!”, kicherte die Mittlere, “Und schau mal, der hier, der besteht nur aus Augen… und da, der hat so Saugnäpfe!

Nach dem ersten Durchblättern stand schnell fest: Das Buch „Mein Körper ist ein Superheld“ ist klasse!
Beide Mädchen rissen sich sofort darum. Damit das ganze nicht in Streit ausartete, wurde kurzer Hand beschlossen, sich gegenseitig daraus vorzulesen. So ging es für keine von beiden “unfair” zu.

Wie malt man einen Virus?

Absolutes Highlight war für meine Kinder nicht nur, dass Sams Papa das Virus für seinen Sohn zeichnet, sondern auch erklärt wird, wie er das macht. Es gibt nämlich eine kleine Anleitung, wie eine Viruskarikatur gemalt wird. Meine beiden Großen sind nämlich nicht nur begeisterte Superheldenfans, sondern schreiben und illustrieren auch gern ihre eigenen Geschichten und Comics.

Dann male ich ein Corona-Virus und dann holen wir einen Stift und machen das Bild kaputt! So wie früher, als ich immer Bronchitis hatte, da haben wir das ja auch oft gemacht! Das hat super geholfen… vielleicht kriegt dann Corona Angst und haut ab!”, war der Kommentar der Kleineren.

Buchseite Mein Körper ist ein Superheld
Abbildung: Arena Verlag

Tatsächlich haben mein Mann und ich das früher oft gemacht. Eine meiner liebsten Freundinnen gab mir damals den Tipp, als Kind2 das x-te Mal krank war und ihre Antibiotika nicht nehmen wollte. Bis heute hat sich dieser Lifehack wohl bei den Mädchen ins Gedächtnis gebrannt und ich kann das vollends verstehen.
Viren und Bakterien sind so schwer greifbar für das kindliche Verständnis, dass ein etwas “realerer Feind”, den man bekämpfen kann, durchaus hilft, sich nicht total hilflos zu fühlen, wenn einen eine Krankheit erwischt. Das Zerpieksen des Bildes hat im Grunde zwar nicht mehr als symbolische Wirkung, aber gerade für kleinere Kinder. ist das ein sehr guter Ansatz.

Für größere Kids kann man das natürlich auch noch nutzen, denn der Akt des Zerstörens einer Viruszeichnung wirkt auch bei ihnen bestimmt noch recht befreiend. Dann noch das Buch von Dr. Bornstädt dazu zu nehmen, ist mit Sicherheit ein riesiges Plus, um die kindliche Resilienz zu boosten.

Ein Buch für alle

Mittlerweile ist das Buch „Mein Körper ist ein Superheld“ (*) ein fester Bestandteil unserer heimischen Dauer-Lese-Ecke. Dort neben dem Sofa landen vor allem die Bücher, zu denen oft und gerne gegriffen wird.
Ich kann mir das Werk aber auch gut in der Vorschule, der Grundschule oder im Hort vorstellen. Selbst Fünft- und Sechstklässler dürften dieses Buch noch ziemlich cool finden, da die Aufmachung und der Stil alles andere als öde oder “babyhaft” ist.

Zuletzt kann ich das Buch auch uneingeschränkt allen Eltern und Großeltern ans Herz legen, deren wissbegierige (Enkel-)kinder sind. Gerade jetzt während einer Pandemie des Öfteren mit allerlei Gesundheitsfragen aus der Reserve locken. Besser kann man nicht vorbereitet sein, um ein derart komplexes Thema wie das Immunsystem zu erklären und damit den Kleinen viele Ängste zu nehmen.

Bis bald
eure Ines.

Buchcover Mein Körper ist ein Superheld
Abbildung: Arena Verlag

Das Buch wurde uns vom Arena Verlag für diesen Beitrag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

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Rezension: Zukunftschreiben statt Schwarzmalen {Werbung}

Herausforderungen von heute und morgen lassen sich nur mit Optimismus und Tatendrang lösen. Mit einer neuen Generation engagierter Weltveränderer“

Das ist die Überzeugung des Vereins Zukunftschreiben e.V., aus der heraus er im Januar 2020 zu einem Schreibwettbewerb der ganz besonderen Sorte aufrief. Unter dem Motto „Zukunftschreiben statt Schwarzmalen“ wurde dazu aufgerufen, Kurzgeschichten einzusenden, die sich mit den Themen Klimawandel und Umweltschutz auseinandersetzen. Über 200 Werke trudelten bis März ein. Es muss eine harte Nuss gewesen sein für die Expertenjury, die 10 besten Beiträge herauszupicken.

Buchcover Zukunftschreiben statt Schwarzmalen
Abbildung Tessloff Verlag

Zukunftschreiben statt Schwarzmalen

Diese 10 Geschichten über den Klimawandel für Kinder sollten aber nicht nur sachlich Fakten präsentieren. Sie sollten auch spannende und mitreißende Zugänge zu Naturschutz und Klimaumschwung liefern, sowie Denkanstöße für positive Zukunftsvisionen bieten. Die Auswahl, welche letztendlich getroffen wurde, leistet all das mit Bravour. Sie wird abgerundet durch eine Bonusstory der Autorin Judith Allert.

Nichts für schwache Nerven: Von einer düsteren Zukunft, der Macht der Veränderung und des positiven Denkens

Als wir, meine Große und ich, in die erste Geschichte abtauchten, wurde uns eins schnell klar: Diese Geschichten sind nichts für schwache Nerven. Und schon gar nichts für unflexible Schwarzseher, die keinen Deut breit von ihren festgefahrenen Meinungen abweichen.
Warum, mögt ihr euch fragen. Nun, lasst es mich so ausdrücken: Die Zerstörung der Erde ist ein unbequemes Thema.
Eines, das verdammt real und erschreckend ist. Dem man sich durchaus hilflos gegenüber fühlen kann. Manchmal fühlt es sich so an, als könne man nichts tun. Als sei man der Abwärtsspirale unweigerlich ausgeliefert.

Hinzu kommt, dass man sich nicht einfach zurücklehnen und seine Hände in Unschuld kann, wenn man damit konfrontiert wird. Denn schnell verspürt man den Druck der Schuld auf sich lasten.
Esse ich zu oft Fleisch?
Recycle ich überhaupt richtig und genug?
Habe ich zu viel Plastik und Schrott, die die Erde nie mehr loswerden kann?
Bin ich Schuld, wenn hier alles den Bach runtergeht?

All das strömt auf einen ein, wenn man Geschichten über mögliche Konsequenzen des eigenen Tuns und das der Mitmenschen (aber auch dem von Konzernen und der Politik) liest. Das ist keine Kleinigkeit, sondern harter Tobak!
Auch wenn die Geschichten sehr optimistisch und positiv geschrieben sind, manche mit Witz oder einem Augenzwinkern daher kommen, und zum Teil erfrischend unkonventionell an das Thema herantreten. Der harte, wahre Kern bleibt deutlich und das lässt einen beim Lesen mitunter doch mehr als einmal schlucken.

Gleichzeitig ist da aber noch eine Gegenkraft: Die Vision, dass mit positivem Denken, Engagement und dem Wille zur Veränderung eine Macht beschworen werden kann. Diese ist möglicherweise das Zünglein an der Waage zu einer besseren Zukunft. Der Glaube daran, dass wir alle Retter unseres Klimas sein können und unsere Umwelt, unsere ganze Erde, vor einem finalen Unglück bewahren können – mit Mut und Fantasie!

Inhaltsverzeichnis Buch Zukunftschreiben statt Schwarzmalen

Geschichtenvielfalt und „Futter“ für den Verstand

Wovon handeln nun die elf Umwelt- und Klimawandelstorys in diesem Buch?
Die Vielfalt ist groß und die Ansätze, wie sich die Autor:innen mit den Themen auseinandergesetzt haben, äußerst bunt. Mal kommt der sprechende Pappbecher Klaudius zu Wort, mal reisen zwei Kinder aus der Zukunft mit einem goldenen Ei in eine ungewisse Vergangenheit. Dann gibt es da auch noch drei Geister, die statt Verzicht lieber Veränderung wollen und so weiter…

Allen Geschichten gemeinsam ist der Ansatz, kleinere und größere Denkanstöße zu geben. Zu zeigen, was ist und was sein könnte. Was wir als „kleine Lichter“ und „Otto-Normal-Verbraucher“ tun und ändern können, auch wenn wir den Effekt für noch so klein halten. Gekonnt lösen sich die Autoren von pessimistischem Schwarzsehertum.
Sie alle reichen uns die Hand, uns von der Schuld ein Stück weit zu distanzieren. Sie vermitteln uns, dass wir nicht ganz so hilflos sind, wie wir denken.

Das Buch macht Mut und beleuchtet die unbequemen Themen Klimawandel und Umweltschutz erfrischend und gekonnt. Es liefert unserem Kopf „Futter“ und inspiriert seine Leser jeden Alters, aktiv zu werden.

Wir alle können Klimahelden sein!

Buchrückseite Zukunftschreiben statt Schwarzmalen

Leseempfehlung

Wir empfehlen die Geschichtensammlung für große und kleine Leser ab etwa 8 bis 10 Jahren.
Die Geschichten mitunter sehr tiefgründig und komplex. Allgemein können aber auch pfiffige, jüngere Grundschüler:innen die Zusammenhänge mit Hilfe durch eine:n Erwachsene:n gut erfassen. Als Hilfsmittel für den Sach- oder Ethikunterricht halte ich das Buch zudem für äußerst geeignet. Man findet vielfältige Ansatzpunkte, sich mit den Themen Klimawandel und dem Schutz der Natur auseinander zu setzen.

Alles in allem bietet „Zukunftschreiben statt Schwarzmalen“ ein reichhaltiges Gesamtpaket für interessierte Leser. Der Tessloff Verlag hat sie in seinem Wettbewerb grandios gewählt und zusammengestellt. Besonders schön und beispielhaft ist außerdem, dass das Buch nicht nur in Deutschland auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen gedruckt wird, sondern in seiner Herstellung zudem noch völlig klimaneutral ist.

Vielen Dank an den Tessloff Verlag das wir rezensieren durften.

Bis bald eure Ines.

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Schuleinführung und Corona Teil 2

Heute geht es direkt weiter mit unseren Erlebnissen zur Schuleinführung unter besonderen Umständen.
Nach so viel Chaos in der Vorbereitung der Schuleinführung, konnte der eigentliche Schulanfangstag doch eigentlich nur gut werden.

Endlich Schulkind!

Am Samstag standen wir ganz früh auf und die Mittelmaus tanzte in ihrem Kleid durch die Wohnung. Beim Friseur gab es für sie dann den letzten Feinschliff in Form einer bezaubernden Lockenfrisur.  Während Oma und Opa sie abholten, brachte mein Mann die Zuckertüte in die Schule und ich wartete mit den Geschwistern darauf, dass alle wieder eintrudelten. In Windeseile tauschten wir die Kinder und hüpften mit der erstklassigen Tochter in unser Auto. 

Schulkind

Zum Glück ist die Grundschule quasi um die Ecke und nur eine Viertelstunde später fanden wir uns auf der Straße vor dem Schultor wieder. Leider stapelten sich die Eltern und die Kindern ungünstig vorm Eingang, so dass mein Mann und ich beizeiten unsere hübschen Schnutenpullis aufzogen. Ordnungsgemäß trugen wir uns in die Anwesendenliste ein und dann ging es los: 

Eine der vierten Klassen spielte ein kleines Stück über den Alltag in der Schule und sang das Lied „Schule ist mehr“. Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, ich hätte nicht ein paar Tränchen verdrückt dabei. Ich war wirklich sehr gerührt, dass so viel trotz Pandemiebedingungen auf die Beine gestellt worden war für die Schulanfänger. Die Direktorin begrüßte dann offiziell alle Kinder mit Namen und gab ihnen eine Lehrerin und eine*n Horterzieher*in an die Hand. Die Stellvertreterin informierte sehr nüchtern über die Pandemieregeln im Anschluss, während die Kinder bereits in ihre Klassen verschwunden waren. 

Zu unserem Leidwesen gab es leider auch Eltern, die sehr negativ auffielen: Hier wurde gemotzt über die Masken, da wurden die Gesichtsbedeckungen gar permanent herunter- oder ausgezogen trotz eindeutiger Belehrung und Unterschrift auf dem Anmeldebogen, dass eine solche verpflichtend zu tragen sei. Geschimpft wurde, weil die Datenschutzregeln der Schule verboten, die Viertklässler und deren Programm zu filmen oder abzulichten. 

Zum Glück zeigte sich das Gros der Mütter und Väter aber vernünftig, so dass sie Muffel die Freude über den Tag nicht trüben konnten. Unser Kind war nun endlich auch ein echtes Schulkind!

Nach ein paar Fotos auf dem Schulhof – brav mit Maske (außer zwei einzelnen Aufnahmen weit abseits aller Menschen), holten wir den Rest der Familie ab.

Sonnenschein und Regen

Unter weiser Voraussicht hatten wir zwei Pavillons aufgebaut, so dass uns die kleineren und größeren Schauer nicht störten an diesem Wochenende. Da wir so fast die ganze Zeit draußen feiern konnten, war es eine sehr entspannte Partysituation an beiden Tage. Dass Corona wider Erwarten eine absolute Nebenrolle spielte, hätte wohl kaum jemand vermutet, nachdem das ganze Jahr 2020 dank des Virus bisher sehr turbulent gewesen war. 

Schuleinführung Party

Wir hatten so unermesslich viel Glück, dass wir trotz der albtraumhaften Grundvoraussetzungen, die nur wenige Monate zuvor noch geherrscht hatten, eine derartig schöne Schuleinführung erleben durften.

Für uns war es ein Lichtblick, ein Moment des Sonnenscheins nach vielen Regentagen, den wir so schnell nicht vergessen werden.

Unsere Zuckertüte – Was war drin?

Der Inhalt der Zuckertüte war natürlich perfekt auf unsere Mittelmaus abgestimmt. Hier eine kleine Übersicht für euch.

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Schulkind

So hatten wir also trotz der widrigen Corona-Umstände doch eine wunderschöne Schuleinführung unserer Mitteleren und hoffen nun, dass ihr erstes Schuljahr nicht ganz so turbulent wird, wie das letzte halbe Jahr.

Bis bald und bleibt gesund,
eure Ines

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Schuleinführung und Corona Teil 1

Vor 2 Wochen wurde die mittlere Tochter von Ines eingeschult. Eine Schuleinführung von der sie sicher noch ihren Enkeln erzählen wird, denn nichts war wie all noch ein paar Jahre zuvor bei ihrer großen Tochter.
Die Corona-Pandemie hat fast alle, schon seit Monaten geschmiedeten Pläne für diesen besonderen Tag im Leben des Kindes regelrecht im Keim erstickt.

Aber lest selbst, was Ines uns über die Schuleinführung ihrer Mittleren berichtet.
Heute den 1. Teil und morgen den 2.

Albtraum im Lockdown

Als im März des Jahres der Lockdown kam, träumte ich eines Nachts von der Schuleinführung meiner Mittleren:

Wir saßen zu Hause im Schlafanzug und die Große trug aus dem Schlafzimmer die Zuckertüte ihrer Schwester ins Wohnzimmer. Auf der Tüte stand nur der Name des Mittelkindes, ansonsten war sie weiß – kein Datum, nicht einmal ein Jahr, war zu lesen. Ich fand das in meinem Traum irgendwie ärgerlich und mit geballten Fäusten guckte ich zum Fenster hinaus. Draußen fiel Schnee! 

Schultüte weiß

Dann fing die Mittlere bitterlich an zu weinen, nach der Oma und dem Opa, nach den Freunden, nach einem Schulranzen, den wir nicht gekauft hatten, weil man zu Hause einfach keinen braucht. Ich versuchte sie zu trösten und wir bemühten uns, trotzdem zu feiern. Der kleine Bruder rupfte den Tüll von der Zuckertüte und das Trauerspiel mit Tränen, Frust und Wut ging wieder los. 

Als die Maus dann in meinem Traum laut brüllte: „Ich will nicht mehr!“ wachte ich auf. Der surreale Moment aus der Fantasiewelt blieb nur kurz, aber die negativen Gefühle, all der Frust und die Hilflosigkeit und die irrationale Wut auf einen Virus, der die ganze Welt lahm legte, hallten noch lange nach in mir.

Alles futsch oder wie?

Es wird keine Schuleinführung geben! Das schoss mir durch den Kopf an diesem Morgen. Keine Vorschule. Kein Zuckertütenfest. Gar nichts. All das wird meinem Kind einfach weggenommen und keiner kann etwas dafür. Keiner kann das wirklich ändern. Ich war niedergeschlagen und sprach mit meinem Mann. Ohne ihn wäre ich sicher verzweifelt. 

Er redete mir gut zu, sagte mir, dass noch viele Monate Zeit seien bis eine Entscheidung käme, ob wir feiern dürften im Herbst oder nicht. Und zur Not hätte wir einfach unsere Location alleine unsicher gemacht, als Familie gegrillt und Party gemacht dort, denn zu fünft kann mach ja schließlich auch eine Menge Spaß haben.  

Ich atmete durch und wir kündigten den Vertrag für das kleine Vereinsheim nicht, das wir mieten wollten. Wir schoben sämtliche Planungen nach hinten und auch als die Lockerungen immer mehr und mehr Freiheiten brachten, warteten wir. Was sollten wir auch anderes tun, als alles auf uns zukommen zu lassen?

Schuleinführung Traum

Hoffnungsschimmer Zuckertütenfest

Als der Juli kam, der letzte Kita-Monat der Mittelmaus, waren wir immer noch alle fünf die meiste Zeit zu Hause. Der Papa im Home Office, ich in Elternzeit, die Große ging nicht zur Schule, für den Kleinen hatten wir noch keinen Krippenplatz und die jüngere Schwester ging nur dann in den Kindergarten, wenn Vorschul- und Ganztagsausflüge anberaumt waren. In unser Leben war eine gewisse Normalität eingekehrt und wir genossen unsere gemeinsame Familienzeit. Nach wie vor vermieden wir Kontakte zu anderen Menschen, wo es nur ging, denn wir Erwachsenen sind leider beide Teil der Risikogruppe. 

Da aber in der Stadt äußerst geringe Corona-Zahlen gemeldet wurden – zu unserer Erleichterung auch über den ganze Sommer hinweg – freuten wir uns, dass die Lockerungen auch mit sich brachten, dass unser Kind in der der Kita übernachten durfte dank Hygienekonzept der Einrichtung und dass das abgesagte Zuckertütenfest nun doch gefeiert werden durfte, wenn auch später als ursprünglich geplant.

Hoffnung keimte auf, als wir draußen im Kitagarten saßen, den Abschied der Kinder aus diesem Lebensabschnitt  beobachteten und den beiden Erzieher*innen Lebewohl sagten. Es flossen Tränen der Dankbarkeit und des Glücks und in diesem Moment stand für uns fest: Ja, wir werden feiern, unser Kind kommt in die Schule, alles wird gut – egal wie!Selbst wenn ein neuer Lockdown käme, selbst, wenn die Teilnehmerzahlen für Familienfeiern nach unten reglementiert werden sollten, wollten wir so planen, als sei alles normal.

Planung ist alles – auch unter Pandemiebedingungen

Da wir unsere Location sowieso für zwei Tage angemietet hatten und einige der Gäste selbst zukünftige Erstklässler in der Familie haben würden, stand schon lange fest, dass wir Samstag und Sonntag feiern würden. 

Dementsprechend schrieben wir Listen, wen wir wann  einladen wollen und können. Natürlich war das ein Wenig mit Pokern verbunden, denn es konnte ja jederzeit sein, dass Partys nur noch mit 15, 10 oder weniger Personen zulässig wären. Da wir selbst zu fünft sind, war das leider gar nicht so einfach. Gute Freunde einzuladen, ist immer schön, aber (informelle) Einladungen wieder zu canceln tat doch ganz schön weh. Am meisten schmerzte, dass es einfach keine Flüge für die schwedische Verwandtschaft geben würde, wenn die Feier ansteht. Und selbst wenn, hätten meine drei Lieblings-Stockholmer vielleicht in Quarantäne gemusst, statt mit uns das Schulkind hochleben zu lassen.

Am liebsten hätten wir genauso groß gefeiert wie bei unserer Ältesten, doch dass das unrealistisch sein würde, war klar. Stattdessen machte ich eine kleine, aber feine WhatsApp-Gruppe auf, um alle Details der Feier mit den Gästen zu koordinieren, und mein Mann schrieb ein kleines Hygienekonzept für die Party.

Ich nähte eine wunderschöne, bunte Zuckertüte mit Tüll in verschiedensten Farben und einem knallroten Plott (Name und Jahreszahl, denn das Datum traute ich mir dann doch nicht auf die Tüte zu bringen…). Auch ein Kleid hüpfte passend dazu von der Nadel und Schuhe mit sanftem Regenbogenfarbverlauf wurden online erstanden. 

Große Sprünge, kleine Dämpfer

Mehr oder minder kurz vor knapp sagte dann auch die Grundschule zu, dass es eine kleine Feier geben würde auf dem Schulgelände – draußen und ohne Geschwisterkinder, dafür aber mit schicker Mund-Nasen-Mode für Mama und Papa. Wir freuten uns wie die Schneekönige, studierten jeden Tag das Wetter, denn bei Regen, so hieß es von Seiten der Schule, würde die Feier buchstäblich ins Wasser fallen müssen. 

Oma und Opa wurden engagiert, die große Schwester und den kleinen Bruder zu hüten, Helfer, Essen und Getränke für die Party organisiert. Wir schmückten unser gemietetes Vereinsheim und die Mittlere bastelte sich eine eigene Playlist zusammen. Jeden einzelnen Tag der letzten Sommerferienwoche sagte sie 100mal: „Ich bin so aufgeregt!“. 

Leider sagten in eben jenen Tagen doch noch mal einige Gäste ab, weil ihnen die steigenden Zahlen Bauchschmerzen machten oder weil sie selbst nicht gesund waren. 

Auch wenn es ein kleiner Dämpfer war, unsere Feier noch weiter schrumpfen zu sehen, waren wir erfüllt mit Stolz, bald ein weiteres Schulkind zu haben. 
Dieser gigantische Schritt bahnte sich unaufhaltsam an und unsere kleine Große war mehr als bereit dazu, in die 1. Klasse zu kommen.

[ . . . ]

Bis morgen
eure Ines

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Die Schulpflicht wird ausgesetzt!

„Die Schulpflicht wird ausgesetzt! Ab Montag“, sagt mein Mann zu mir. Er schaut mich stirnrunzelnd an.
Ich nicke: „Ab Montag! Irgendwie erleichtert mich das.“
Wir tauschen weitere Blicke. Ratlosigkeit schwingt mit darüber, was jetzt wohl auf uns zukommt? Die Medien sprechen schon von „Corona-Ferien“ und die Schließung von Kitas und allen Bildungseinrichtungen zeichnet sich ab. Der Lockdown bahnt sich an. Aber davon wissen wir am 13. März noch nichts, es ist übrigens ein Freitag.

Homeschooling …

Wir nehmen also beide Mädchen aus Grundschule und Kindergarten. Dank eines Geistesblitzes düsen mein Mann und meine Große noch einmal zur Schule zurück und packen alle Bücher ein, man weiß ja nie… und dann ist es eben Gewissheit. Corona ist da, die Schulpflicht ist weg. Wir müssen abwarten und schauen, was passiert.

Am Anfang ist Homeschooling chaotisch, auch wenn sich alle größte Mühe geben: Die Lehrerin mailt und die große Tochter stürzt sich auf ihre Deutschaufgaben. Ich helfe ihr so gut ich kann. Schnell wird klar: Mathe ist schwierig und mein Mann übernimmt geduldig den Part des Erklärbären. Wie ging nochmal halbschriftliche Division? Die Mittlere will auch Lernen und fordert Aufgaben ein. Sie ist genervt davon, dass die Große keine Zeit hat, weil sie Schule machen muss.

Alles blöd!

Überhaupt ist alles blöd am Anfang: Keine Spielplätze, keine Freunde, keine Großeltern und überhaupt darf man eigentlich nichts mehr, was Spaß macht. Vom „alten“ Leben sind nur die Schulaufgaben geblieben, die das große Kind bearbeitet, weil sie das eben machen MUSS. Immerhin MUSS sie nicht in die Schule, wo sie sich anstecken könnte. Für ihre neun Jahre ist sie äußerst vernünftig und verständnisvoll, auch wenn ihr ihre beste Freundin fehlt.

In den Wochen danach spielt sich der Alltag ein. Homeschooling läuft, Mathefrust wird begleitet, Sachunterricht und Deutsch laufen. Mit den besten Freundinnen aus der Schule wird videofoniert. Oma und Opa werden täglich angerufen von den Mädchen, das Baby quakt im Hintergrund und ist bestens gelaunt, weil alle da sind und um es kreiseln.

Lockerungen …

Die ersten Öffnungen schlagen dann vor kurzem zu Buche und ein kleiner Schimmer Hoffnung keimt auf: Vielleicht haben wir ja die Kurve gekriegt oder diese ausreichend geplättet, damit die Rückkehr in den Alltag gelingt.

Noch rechnen wir nicht damit, nachdem erst einmal die Wirtschaft langsam wieder hochgefahren wird, dass es schnell wieder in die Schule gehen soll für unsere Tochter. Bis zu den Sommerferien, so haben es die Medien und einige Experten prophezeit, sei Regelunterricht an deutschen Schulen und ein normaler Kitabetrieb nicht wirklich eine Option. Auch wenn Abschlussklassen nach und nach mit vielen Hygiene- und Schutzmaßnahmen wieder in die Bildungseinrichtungen dürfen, um Abi und Co. zu gewährleisten, halten wir es doch für verfrüht, die Drittklässlerin wieder zu schicken. Insgesamt hoffen wir auf ein langsames, behutsames Vorgehen und ein durchdachtes Konzept.

Die Schulpflicht wird wieder eingesetzt …

Die Schulpflicht wird wieder eingesetzt“, sagt mein Mann. Seine Stimme klingt finster und sehr besorgt.
Was? Ab wann?“, frage ich am 8. Mai.
„Ab 18. Mai… für alle Grundschüler.
Ich habe mich verhört, denke ich…
Für… alle?“, frage ich vorsichtig nach, „Sofort?
Ja, es sollen ALLE KINDER wieder zur Schule gehen müssen… und wenn ich das richtig verstehe, dann ohne irgendwelche sinnvollen Schutzmaßnahme.“
Ich schlucke und schüttele den Kopf: „Das glaube ich nicht…
Doch, doch!

Mein Mann ist gründlich. Er liest die Informationen vom Land Sachsen rauf und runter, informiert sich, telefoniert mit der Corona-Hotline… Das Ergebnis ist niederschmetternd: Unsere Tochter MUSS in die Schule zurück, wenn kein Wunder geschieht. Ohne Schutzmaßnahmen.

Was sollen wir nun machen? Klagen? Der Mann twittert erstmal. Und das macht er umfassend. Ich teile seine Gedanken hier mit euch und hoffe, sie bewirken etwas.

Wenn ihr den Tweet anklickt, könnt ihr den Thread direkt auf Twitter lesen.

Aufatmen … Aussetzung der Schulpflicht

16. Mai. Ich atme auf: „Der Besuch der Grundschule ist vorerst freiwillig! FREIWILLIG!
Mein Mann guckt mich an, als hätte ich gesagt, dass gerade ein Lama durch unser Wohnzimmer gehüpft sei. „Hier steht es, in der Zeitung! Eine Freundin aus der Nähgruppe hat es gerade erzählt!

Wir seufzen beide.
Bis 5. Juni ist der Besuch der Grundschulen in Sachsen nicht verpflichtend, wir müssen die Große nur ordnungsgemäß abmelden. Ein Stein fällt uns vom Herzen. Ich hoffe, dass sich bis dahin abzeichnet, wie sich all die Lockerungen auf das Infektionsgeschehen im Land ausgewirkt haben, und dass das nächste Konzept tatsächlich Schutzmaßnahmen enthalten wird.

Bleibt gesund.
Eure Ines.

Schulranzen mit Behelfsmaske aus Stoff